Literarischer Stadtrundgang durch Meuselwitz

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Ehemalige Konsumbäckerei in Meuselwitz, Foto © Katrin Ernst

Mit Volker Hanisch, Dieter Kalka und Andreas Herrmann

Der Literaturredakteur Volker Hanisch (Vortrag), der Liedermacher Dieter Kalka (Musik) – beide selbst gebürtige Meuselwitzer – und der Leipziger Schauspieler Andreas Herrmann (Rezitation) führen das Publikum an Orte, die sowohl das Leben Wolfgang Hilbigs als auch seine Literatur prägten.
Hilbig, der fast 40 Jahre in Meuselwitz lebte, schöpfte für seine Romane, Erzählungen und Gedichte bis zuletzt aus den unmittelbaren Erlebnissen und örtlichen Gegebenheiten in seiner Heimatstadt und formte daraus Weltliteratur: „Und meine Geschichten waren im Grund dieses Landstrichs vergraben, über dem ich Posten bezogen hatte ...“, so der Georg-Büchner-Preisträger in seiner Erzählung „Die Kunde von den Bäumen“ von 1994.
Wenngleich die textliche Umsetzung eine meisterhaft literarische ist und „Originalschauplätze“ sich nicht wiedergeben lassen, werden entsprechende Ausschnitte aus seinem Prosawerk und Gedichte an „authentischen Stellen“ der Stadt „M.“ vorgetragen. Ausgehend von Hilbigs Heimatstraße mit einer seiner früheren Arbeitsstätten und dem „Hauptkonsum“ (auf dessen Bäckereihof in der Erzählung „Der dunkle Mann“ ein erpresserischer Staatssicherheitsmitarbeiter erstochen worden sein könnte) folgen die Besucher den Wegen des Dichters entlang der Schnauder oder am Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik und am Bahnhof vorbei, zurück ins Stadtzentrum von Meuselwitz, wo 1978 eine DDR-Fahnen-Verbrennung mit empfindlichen Folgen für den Dichter und Heizer Hilbig stattgefunden hat. Eine Wanderung in – wie Uwe Wittstock schreibt – „Wolfgang Hilbigs ungeheure Prosalandschaft“!

Eine Veranstaltung der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft, Sektion Meuselwitz.
Fefördert vom Bundesministerium für Kultur und Medien im Förderprogramm "Und seitab liegt die Stadt".

Wolfgang Hilbig im Orginalton mit seinem Text "Der Leser" am 22. Juli 2002 im Hörspielstudio 2 im Berliner Funkhaus Nalepastraße, wo im Auftrag von MDR KULTUR die Aufnahmen für das Hörbuch "Der Geruch der Bücher" in der Redaktion und Regie von Matthias Thalheim stattfanden. Dieses Gedicht gelangte damals nicht in die zeitlich limitierte Auswahl der CD. – Matthias Thalheim macht es hier erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.
Wolfgang Hilbig liest: Der Leser
Auch die Aufnahme des Gedichtes "geste" – eingesprochen von Wolfgang Hilbig 2002 im Berliner Funkhaus Nalepastraße und bislang unveröffentlicht – wird hier zum 80. Geburtstag des Dichters von Matthias Thalheim erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wolfgang Hilbig liest: geste